Blog-Artikel – 24.01.2022

Spezielle Individualimplantate für den Einsatz im Handgelenk

In den vergangenen Monaten entwickelte evonos zwei Individualimplantate, welche bei den Patienten bereits erfolgreich eingesetzt wurden. In beiden Fällen war die Durchführung einer mediokarpalen Teilarthrodese notwendig.

Was ist eine mediokarpale Teilarthrodese?

Bei der mediokarpalen Teilarthrodese handelt es sich um eine Teilversteifung der Handwurzelknochen. Diese Therapieform wird beispielsweise bei Gelenkverschleiß oder bei Instabilität der körpernahen Handwurzelknochenreihe in Betracht gezogen und soll die durch einen degenerativen Prozess entstehenden Schmerzen reduzieren, während eine gewisse Beweglichkeit erhalten bleibt.

Was macht das Individualimplantat einzigartig?

Die Besonderheit des Individualimplantats besteht darin, folgende Knochen zu verbinden: Os scaphoideum (Kahnbein), Os lunatum (Mondbein), Os triquetrum (Dreiecksbein), Os hamatum (Hakenbein) sowie Os capitatum (Kopfbein).

Im Vergleich zur gewöhnlichen „Four-Corner-Fusion“ bleiben beim evonos Individualimplantat alle Handwurzelknochen erhalten und werden lediglich angefrischt. Letzteres dient zur Abtragung degenerativer Veränderungen und führt somit zu einer verbesserten Heilung.

Die Grundform des Implantats erinnert an die Zahl Acht. Sowohl die Größe als auch die Mittelpunkte der beiden Implantathälften werden je nach Patienten und Fall individuell ermittelt.

Fixiert wird das Implantat mit mindestens zehn multidirektionalen Schrauben, wovon jeweils zwei Schrauben pro Handwurzelknochen eingeschraubt werden. Die Schraubenposition und -länge wird vorab anhand von den patientenspezifischen CT-Daten und einem 3D-Modell der Patientenhand bestimmt.

Wie wird das Implantat bereitgestellt?

Wir liefern das Individualimplantat in einem praktischen evonos Tray. Darin sind alle notwendigen Instrumente griffbereit, die der ausführende Arzt / die ausführende Ärztin für den Eingriff benötigt:

• Implantat
• Fräser inkl. individueller Frässchablone
• Multidirektionale-winkelstabile Schrauben sowie Kortikalisschrauben
• Bohrer
• Bohrlehrtrichter
• Schraubendreher und -klinge
• Positionsstift für das Implantat

Wie wird das Implantat eingesetzt?

Die Schnitt-Naht-Zeit beträgt etwa 2,5 Stunden. Davon werden ca. 30 Minuten für das Einsetzen und Fixieren des Implantats benötigt.

Nach Öffnung der Haut und Freilegung des Operationsfeldes beginnt der Arzt / die Ärztin mit der Reposition beziehungsweise der Bearbeitung der verschiedenen Knochen. In diesem Zug werden die Gelenkflächen angefrischt.

Sobald alle Knochen wie gewünscht repositioniert sind, kann die Fräsung für die erste Platte durchgeführt werden. Als grobe Orientierung dient dazu ein beigefügtes Bild: Darin werden die Reposition inklusive des Implantats und die Schraubenlage sowie Schraubenlänge simuliert.

Nach der ersten Fräsung wird mit Hilfe der Frässchablone die zweite Einsparung gefräst. Die Frässchablone wird anhand der Größe und dem Abstand der zwei Fräsungen individuell an das Implantat angepasst. Anschließen kann das Implantat eingesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt können noch nachträgliche Fräsungen oder Optimierungen der Position durchgeführt werden.

Sobald das Implantat die gewünschte Lage hat, wird es mit Hilfe einer Kortikalisschraube fixiert. Nun ist das Implantat sicher platziert, hat jedoch noch keine Winkelstabilität erreicht. Dies ändert sich mit der ersten multidirektionalen-winkelstabilen Schraube, welche das Implantat vollständig fixiert. Daraufhin werden die restlichen Schrauben befestigt.

Im Anschluss wird die Lage des Implantats über eine Röntgenaufnahme kontrolliert und die Operationsstelle verschlossen.

Wir blicken auf erfolgreiche Operationen zurück, in denen wir sowohl den ausführenden Arzt als auch die Patienten zufriedenstellen konnten. Die Lieferung in unserem praktischen Tray ermöglicht eine rundum effiziente Durchführung der OP.
Das bedeutet: Zeit sparen und gleichzeitig das Infektionsrisiko verringern.

Wir freuen uns, unser langjähriges Know-how in der Entwicklung von komplexen neurochirurgischen Individualimplantaten auch im Bereich der Handchirurgie einzubringen und den Patienten so viel Lebensqualität wie möglich zu bieten.

Weiterführende Informationen zu unseren patientenspezifischen Schädelimplantaten finden Sie auf der evoShape Produktseite.

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